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Holzspäne statt Weinausbau im Barrique


Wie in den Weinbauländern der USA oder in Chile bereits seit Jahren üblich, hat nun die EU-Kommission einen Reformvorschlag auf dem Tisch gelegt, dem es europäischen Winzer erlaubt, den Wein mit Eichenspänen zu versetzten um einen Barrique Geschmack vorzutäuschen. Die Reform soll alle möglichen Manipulationen in der Weinerzeugung zulassen, solange diese die Gesundheit nicht gefährdet.

Landwirtschaftsminister Horst Seehofer (CDU) hatte sich bereits im Frühjahr dieses Jahres massiv gegen solche Machenschaften in der Weinherstellung gewehrt und gefordert, dass Europas Jahrhundert alte Weinkultur und die Tradition für „reinen Wein“ erhalten bleiben müsse. Die Pläne aus Brüssel stoßen bei allen Weinerzeugern in Europa auf massiven Widerstand.

Dies nicht zuletzt deshalb, weil Eichenspäne als Ersatz für das Barrique Fass verwendet werden dürfen, und dass es weiterhin erlaubt sein soll, den Wein in seine Bestandteile zu zerlegen und wieder zusammen zu setzen, damit Qualitätsunterschiede unterschiedlicher Jahrgänge ausgeglichen werden können. Ein Verfahren, welches bislang nur in der Weinherstellung in Übersee zulässig ist und nichts mit dem „Reinheitsgebot“ unseres Weines zu tun hat.

Europa hat schon viele Jahre eine Überproduktion an Wein zu verzeichnen und der Preisverfall lässt sich nicht aufhalten. Aus dem EU-Fördertopf gezahlte Prämien sollen die Weinbauern vor allem in den Mittelmeerstaaten wie Italien und Spanien dazu bewegen, ihre langgehegten Weinberge freiwillig aufzugeben.

Der deutsche Weinbauverband forderte die Bundesregierung auf, diese Reformvorschläge massiv zu blockieren. Können sowohl die europäischen Winzer, wie auch die Freunde eines guten Weines nur hoffen, dass diese Reform im jetzigen Vorschlag nicht in Kraft gesetzt wird und wir weiterhin wissen, beim Weinetikett aus Europa ist auch Wein drin, wenn Wein draufsteht.

18.07.2006 /


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